Blog
back

Vorfreuen

26. April 2012     |    Kommentare geschlossen

Eine Schreibwerkstatt für neue Musik. Das heißt für mich: hören, lesen, diskutieren. Eine Werkstatt ist nicht nur ein Raum, in dem gehobelt wird und Späne fallen, sondern mehr noch ein Ort, an dem auch mal etwas misslingen darf oder an dem man sich aussichtslos verrennt. Über neue Musik schreiben ist ein Beruf wie jeder andere; es hat viel mit Handwerk und Regeln zu tun. Aber es ist eben auch eine Schriftform eigenen Rechts, eine Möglichkeit sich auszudrücken und der Musik etwas von dem, was sie in uns anrichtet, zurückzugeben. Deswegen ist eine Schreibwerkstatt eine solch wichtige Erfahrung, nicht nur für die teilnehmenden Studenten, sondern auch für die Lehrer, die ihre Routine und ihre Selbstverständlichkeiten immer wieder aufs Neue infrage stellen müssen. Es ist die seltene Gelegenheit, das eigene Werkeln und Schaffen einmal in Ruhe zu reflektieren.

Worauf ich mich besonders freue? Auf den Ausflug zur Lagerstätte für mobile Hochwasserschutzwände. Auf Wüstes und Verwegenes beim Ensemble Mosaik. Auf die Inszenierung der Europeras. Auf einen langen Samstag mit viel, viel neuer Musik. Auf die Gegenüberstellung der verschiedener Traditionen, von der populären Moderne eines Leonard Bernstein bis zur radikalen Verweigerung bei John Cage. Und natürlich auf hitzige Debatten, spät abends, an der Bar.

Björn Gottstein


 
Email
Print