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Zum Auftakt der Acht Brücken Schreibschule

26. April 2012     |    Kommentare geschlossen

Hören, sehen, fühlen – und dann immer wieder mit Leidenschaft und ebenso kenntnisreich über das Erlebte schreiben: Rezensionen, Kolumnen, Berichte, Interviews und andere Textformen. Ein wichtiges Ziel der Schreibschule wird auch sein, während des „ACHT BRÜCKEN Festivals“ Brücken zu bauen zum Leser, um ihn ausführlich zu informieren, um ihm aber auch Lust zu machen auf eine Musik und ihre Protagonisten, die ihm bisher vielleicht nur wenig oder gar nicht vertraut sind. Während Kollege Björn Gottstein den musikjournalistischen Bereich betreut, werde ich mit den Schreibschülern die Grundlagen des Tageszeitungsjournalismus einüben und dabei auch und gerade auf Allgemeinverständlichkeit und eine solide Ausdrucksweise achten.

 Wir suchen eine Woche lang stets von neuem nach dem besten, griffigsten Texteinstieg, der zum Weiterlesen verleitet, ebenso wie nach dem passenden Schluss, der einen Text gelungen abrundet. Wir schreiben unter Zeitdruck, um den Alltag in einer Tageszeitungsredaktion kennen zu lernen. Denn wer nach Presseterminen, nach Konzerten und anderen Veranstaltungen wieder am Redaktionsschreibtisch sitzt (oder zuhause vorm eigenen Rechner), der hat oft nur noch wenig Zeit, seine Gedanken für die Ausgabe am nächsten Tag in einem druckreifen Text niederzuschreiben. Zeitdruck macht Stress, den man bewältigen muss ebenso wie störende Nebengeräusche, etwa durch telefonierende Kollegen.

 Wir werden zudem das Schreiben auf Zeilen (also auf Länge) trainieren – angefangen bei kurzen Meldungen über 3000-Zeichen-Texte bis hin zu längeren Abhandlungen. Und wir werden diese Texte wieder kürzen (die eigenen ebenso wie die der Mitstreiter) – um die Hälfte oder auf zwei, drei Abschnitte; dabei gehen wir bis an die Schmerzgrenze. Denn auch das kann im journalistischen Zeitungsalltag geschehen: Die Planung ändert sich, weil zum Beispiel ein Nachruf geschrieben werden muss oder anderen aktuellen Geschehnissen Priorität eingeräumt werden. Der zuständige Redakteur ist dann gezwungen zu kürzen. Befindet sich der Autor vor Ort (in der Redaktion) oder ist zuhause erreichbar, wird er vielleicht gebeten, selbst zur „Tastaturschere“ zu greifen. Nicht einfach, wenn der Text lesbar bleiben soll und zugleich die wichtigsten Fakten benannt werden müssen. 

Emmanuel van Stein


 
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