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Meine Neunte Brücke . Adele Jakumeit

29. April 2014     |    Kommentare geschlossen

Teller klappern, die Suppe im Topf dampft, Beamerlicht flackert. In einer halbverwilderten Industriehalle im Deutzer „Zentralwerk der Schönen Künste“ stehen Besucher für Essen und Getränke an. Auf einer Leinwand läuft ein Film. Er gehört zum Projekt „Az György Entertéjnment“ von Niklas Seidl und Paul Hübner. Die Künstler nehmen Ligetis Werk „Volumina“ ziemlich wörtlich – und zeigen zu den vibrierenden Klangwolken der Orgel eine Videocollage von einer stark übergewichtigen Frau mit Bierstürzer, Jugendlichen beim Burger-Wettessen und einer Familie beim Fastfood-Dinner.

Der Hunger ist weg, auch ohne Essen. „Az György Entertéjnment“  ist makaber, ironisch, übertrieben, voller Komik und Ernst. Assoziativ springt der Film zwischen George Gershwin, Georg Friedrich Händel und anderen „Györgys“ der Weltgeschichte. Ligeti als Naturwissenschaftler, Patriot, „Grand macabre“ – jedenfalls kein Heiliger der Neuen Musik.

Adele Jakumeit

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