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Retro-Euphorie im Rheingartenfoyer

7. Mai 2014     |    Kommentare geschlossen

Tonbänder, Audiokassetten, Analogkameras und Bildröhren-Fernseher. Die Komponisten Remmy Canedo und Tobias Hartmann holen mit ihrer Kunstinstallation „Analog Audiovisuelle Art Fabrik“ die schon fast vergessene Analogtechnik wieder ins Bewusstsein. Der Festivalbesucher muss allerdings dabei mithelfen: Er setzt sich auf ein Fahrrad und tritt kräftig in die Pedale. Über gewöhnliche Dynamos erzeugt er Strom, der in eine eigenartige Konstruktion geleitet wird: Ein Fließband, bestehend aus etlichen nebeneinander geklebten Kassettenbändern, wird in Bewegung versetzt. Dann muss nur noch jemand anders mit einem Tonkopf über das Band fahren und voilà: Außerirdische Quietsch-Geräusche schallen durch den Raum. Wenn man dann noch die richtige Geschwindigkeit beim Strampeln auf dem Fahrrad trifft, kann man sogar Musik- oder Sprachfetzen vernehmen. Die meiste Zeit klingt das Ganze allerdings eher nach einer Mischung aus Turntable-Scratching, einer Alien-Invasion und nassen Händen auf einer Fensterscheibe. Wenn dann auch noch ein übersteuertes Fernsehbild auf der Leinwand im Hintergrund erscheint, ist der Retro-Trash-Effekt vollkommen. Ob die beiden Künstler, die übrigens mit ihren Projekt den ersten Preis des Internationalen Lanxess-Kompositionswettbewerbs gewonnen haben, hiermit einen wertvollen Beitrag zur sogenannten Ernsten Musik leisten oder einfach für Publikumsbespaßung sorgen wollen, ist letztendlich vielleicht gar nicht so wichtig.

Die Installation kann noch bis Sonntag, den 11. Mai, täglich von 14.00 bis 18.00 Uhr besucht werden!
Zugang über Heinrich-Böll-Platz, Weltjugendtagsweg (hinter dem weißen Festivalzelt).

Leonie Reineke

Bildschirmfoto 2014-05-07 um 17.36.41


 
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