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Archiv für die Kategorie ‘Allgemein’

Erzählstunde im gemütlichen Sessel?

7. Mai 2015   |   Kommentare geschlossen

Heiner Goebbels im Schauspiel Depot – eine persönliche Reflexion

von Marco Hoffmann

 

Ein und der selbe Komponist sprach mit seiner Musik zu uns – und doch gab es dabei zwei völlig gegensätzliche Wirkungen. Heiner Goebbels Mini-Portrait im Schauspiel Depot am Sonntagabend warf grundsätzliche Fragen über die Wirkungsmechanismen von Neuer Musik auf.

Es war ein unbehagliches Gefühl, mit dem ich in der Pause den Konzertsaal in Köln-Mülheim verließ. Soeben war Goebbels Befreiung, eine sogenannte „konzertante Szene“ für Sprecher und Ensemble, erklungen. More

Totalkollaps

7. Mai 2015   |   Kommentare geschlossen

Die Uraufführung von Gerhard Stäblers …AUSREISSEN DAMIT / ES GRÜN BLEIBT… mit dem Collegium musicum der Uni Köln und dem Ensemble neue Musik der Rheinischen Musikschule 

Von Maria Gnann

 

Plattgewalzt! So fühlt man sich nach dem ersten ACHT BRÜCKEN-Lunch 2015, platt wie eine Flunder. Nach einer Stunde im Rathaus Köln taumeln die Besucher hinaus in die Sonne des ersten Maifeiertags und es wäre kaum verwunderlich, wenn sie mir nichts dir nichts aus ihren Latschen kippen würden. Zackbum! Was sich drinnen bei der Uraufführung von Gerhard Stäblers … AUSREISSEN DAMIT/ ES GRÜN BLEIBT … abgespielt hatte, war einfach unerhört.

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(M)Eine gemeinsame Stadt

7. Mai 2015   |   Kommentare geschlossen
von Kira Lorenz

Zum fünften Mal findet zur Zeit in Köln das Acht Brücken Festival statt. Komponisten, Solisten und Ensembles aus aller Welt versammeln sich in der Metropole am Rhein. Zehn Tage lang wollen sie das Motto des Festivals „Musik. Politik?“ musikalisch veranschaulichen und analysieren. Passend zum Thema öffnete die Philharmonie Köln vergangenen Mittwoch mittag ihre Türen und zeigte mit dem Projekt „Urbo Kune “ eine vielschichtige Sicht auf den Diskurs. Kira Lorenz war vor Ort.

Hörfunkbeitrag zu Urbo Kune

 

 

Es ist Krieg und keiner weint

7. Mai 2015   |   Kommentare geschlossen

Heiner Goebbels‘ Theatermusik Songs of Wars I Have Seen steckt voller Widersprüche. Das soll sie auch.

Von Philine Sauvageot

 

So intim wie im heimeligen Wohnzimmer, im Halbkreis einander zugewandt, warm umstrahlt von Vintage-Lampen, sitzen die Instrumentalistinnen des Ensemble Musikfabrik und des Concerto Köln beisammen. Die Frauen spielen und erzählen: Honig sei der Zucker der Kriegsleidenden. Und irgendwie sei das doch auch witzig.

Diese trivial scheinende Beobachtung stammt aus Gertrude Steins hierzulande unbekanntem Werk Wars I Have Seen (1945). Ihre Erfahrungen des Zweiten Weltkriegs, meist kryptisch, ohne Interpunktion verfasst, eignen sich die Musikerinnen an, tragen sie frei, humorvoll und teils fehlerhaft, neben dem Takt und mit starkem deutschem Akzent vor. In ihrer Rolle der Gertrude Stein, die sie ohne Schauspiel- und Sprechausbildung spielen, wirken sie ungeschützt – so, als gäben diese Frauen auch etwas von sich selbst preis.

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Künstler ohne Vision?

7. Mai 2015   |   Kommentare geschlossen
Von Philine Sauvageot und Anna Ricke

Widersprüche braucht die Welt! – davon ist zumindest der Komponist und Regisseur Heiner Goebbels überzeugt. Er habe keine Vision und auch kein Bedürfnis zu schreiben. Sein Beitrag zum ACHT BRÜCKEN Festival ist eine Adaption von Gertrude Steins Roman Wars I Have Seen. Wir haben ihn nach einer schleppenden Podiumsdiskussion persönlich getroffen.

> Interview mit Heiner Goebbels <

Zeichnung von Xenia Khan: Heiner Goebbels und Louwrens Langevoort diskutieren am 4. Mai über die Frage, was politische Musik heute ist.

I cannot remember just how it is when there is no war

7. Mai 2015   |   Kommentare geschlossen

Goebbels Songs of Wars I have seen erzählt vom Versuch, den Alltag während des Kriegs aufrechtzuerhalten

Von Anna Ricke

 

Das erste, was während eines Kriegs verschwindet, ist der Zucker, und so isst jeder Honig, während im Frieden niemand Honig isst, weil ihn jeder eigentlich viel zu süß und klebrig findet. Beobachtungen wie diese hält Gertrude Stein in ihrem 1945 veröffentlichten Buch Wars I have seen fest. Von ihrem Aufenthaltsort in Frankreich aus verbindet die Amerikanerin Alltagsbeobachtungen und Kommentare über Essen, ihren Hund, das Wetter und Literatur mit sehr politischen Statements.

Heiner Goebbels hat daraus eine Art Gesamtkunstwerk geschaffen: Text, Musik, Licht, performative Elemente lassen sofort erkennen, dass hier kein der Welt abhandengekommener Komponist am Schreibtisch zugange war, sondern ein echter Theatermensch. Die Männer, in Steins Buch im Krieg, stehen im hinteren Teil der Bühne klassisch aufgereiht, während die Frauen des Orchesters im Vordergrund im Halbkreis sitzen und dort abwechselnd Ausschnitte aus Steins Buch vorlesen. Zwischen ihnen stehen antike Tischchen und Lampen mit wunderbar altmodischen Lampenschirmen, die ein heimelig warmes Licht abgeben. Doch immer wieder dringt der Krieg und damit kaltes Licht in diese warme Welt mit Wohnzimmeratmosphäre, in der die Frauen Shakespeare lesen und ihre Anekdoten erzählen. Sie, die zuhause Gebliebenen, versuchen eine häusliche Routine unter den widrigen Umständen des Krieges fortzuführen. Dabei legt Goebbels seinen Fokus auf die krasse Unvereinbarkeit zwischen Steins Bildern von Krieg, Bomben und Politik im Vergleich zu Honig, Zucker, Hunden und Hühnchen. Diesen Widerspruch löst er aber nicht, sondern lässt ihn im Raum stehen. More

Andriessen wird abgenickt, Gordon wird diskutiert

7. Mai 2015   |   Kommentare geschlossen

Ensemble Modern spielte Gordons No Anthem und Andriessens De Staat  und De Snelheid

Von Hannah Schmidt

 

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Die Partitur zu „De Staat“. Foto: Hannah Schmidt

 

Mit etwas „Anregendem“, einem Stück, „das die Leute aufweckt“, solle ein Konzert anfangen, sagt Dirigent Ingo Metzmacher am Montag nach seinem Konzert „Portrait Andriessen I“. Leider stand die Programmfolge des Abends fest, bevor er und sein Ensemble Modern Midi-Datei und entsprechende Partitur der Komposition No Anthem von Michael Gordon bekamen – eine Uraufführung, die den beiden Andriessen-Werken De Snelheid und De Staat vorangestellt worden war. Auf diese Reihenfolge hatte sich das Publikum eingestellt.

Die kurzfristige Änderung derselben war Metzmacher aber „wichtig“, betont er, leert sein Kölsch. So begann das Konzert mit dem pulsierenden, schwitzenden Rennen von De Snelheid, Die Geschwindigkeit, einem Auftragswerk Louis Andriessens, unter schlichtem, spartanischem Dirigat Metzmachers.

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„Zusammenleben ist eine Kunst“

6. Mai 2015   |   Kommentare geschlossen

– ein Gespräch zu Vinko Globokars Werk Individuum <=> Collectivum

Von Jade Conlee und Johanna Lamprecht

 

Individuum <=> Collectivum gelingt eine sowohl künstlerisch als auch gesellschaftlich anregende Perspektive auf die Frage „Musik. Politik?“, die sich ACHT BRÜCKEN 2015 auf die Fahnen geschrieben hat. Wir haben mit Marco Blaauw, Trompeter des Ensemble Musikfabrik und erfahrener Individuum <=> Collectivum – Praktiker, über Charakteristika, Denkansätze und soziale Perspektiven der Komposition gesprochen.

Marco Blaauw über Globokar

Utopie des Gehör(t)ens

6. Mai 2015   |   Kommentare geschlossen

Das Klangforum Wien lieferte einen farbigen Beitrag zu „Urbo Kune“

Von Marco Hoffmann

 

Am Samstagnachmittag herrschte eine besondere Milde am sonnengenährten Rheinufer, die sich bis in den Konzertsaal der Philharmonie zog. Die offenen Türen in der utopischen „nicht existierenden“ Stadt empfingen jeden neugierigen Besucher auf warme Art und Weise.

Zwei Stücke erklungen vom Klangforum Wien unter der Leitung von Enno Poppe und beide funkelten als besonders wertvolle Perlen in der Kölner Schatzgrube. More

Utopie des Gehör(t)ens

6. Mai 2015   |   Kommentare geschlossen

Das Klangforum Wien lieferte einen farbigen Beitrag zu „Urbo Kune“

Von Marco Hoffmann

 

Am Samstagnachmittag herrschte eine besondere Milde am sonnengenährten Rheinufer, die sich bis in den Konzertsaal der Philharmonie zog. Die offenen Türen in der utopischen „nicht existierenden“ Stadt empfingen jeden neugierigen Besucher auf warme Art und Weise.

Zwei Stücke erklungen vom Klangforum Wien unter der Leitung von Enno Poppe und beide funkelten als besonders wertvolle Perlen in der Kölner Schatzgrube. More

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