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Archiv für die Kategorie ‘Rezension’

Gleich einem Lichtstrahl

9. Mai 2016   |   Kommentare geschlossen

Nina Waldmüller

 

Von Felix Knoblauch

 

Mit Death of Light, Light of Death (1998) des Briten Jonathan Harvey eröffnet das Pariser Ensemble Intercontemporain sein Konzert in der Kölner Philharmonie. Das Stück für drei Streicher, Harfe und Oboe erzeugt mit seinen Schwebungsklängen von Anfang an eine packende Atmosphäre. Auffallend ist das zur Harfenistin gerichtete Tam Tam. Die Musikerin benutzte es, um mit sanften Schlägen die hellen Oboenlinien zu untermalen: eine Verkündigung. More

Drei Konzerte – zwei Komponisten

9. Mai 2016   |   Kommentare geschlossen

©Jörg Hejkal

von Margarete Buch

Drei Konzerte widmeten sich zum Auftakt des ACHT BRÜCKEN Festivals zwei Komponisten: Galina Ustwolskaja und Toshio Hosokawa. Unter dem Motto „Musik und Glaube“ steht das Œuvre der 2006 verstorbenen Galina Ustwolskaja in diesem Jahr im Mittelpunkt. Den überkonfessionellen Ansatz signalisierten die Veranstalter durch die Wahl der Aufführungsorte. Das Ensemble Musikfabrik spielte am Freitag sowohl in dem Konferenzraum der Zentralmoschee als auch in St. Michael. More

Galina Ustwolskaja im Portrait

9. Mai 2016   |   Kommentare geschlossen

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von Jonas Harksen

Galina Ustwolskaja ist dieses Jahr die Fokuskomponistin des ACHT BRÜCKEN Festivals. 1919 in St. Petersburg geboren war sie nicht nur Schülerin in der Kompositionsklasse von Dimitri Schostakowitsch, sondern auch wichtige Gesprächspartnerin und Vertraute. Ihr Personalstil ist exzentrisch, beeindruckend direkt und ehrlich. Nur 25 Werke umfasst ihr Œuvre. Neun davon spielte das Ensemble MusikFabrik am Eröffnungstag. More

Bombay-Sound in Köln

8. Mai 2016   |   Kommentare geschlossen
©Künstleragentur
von Myriam Rosenkränzer

In Indien ist sie ist eine Ikone. Und Köln kennt sie auch.  Das ACHT BRÜCKEN-Konzert der Sängerin Bombay Jayashri war jedenfalls ausverkauft. Ergraute Besucher saßen neben jungen Indern. Vielleicht weil einige den Ang-Lee-Film Life of Pi (Schiffbruch mit Tiger) gesehen haben und die populäre Version ihrer Musik kennen. Die klassisch-traditionelle Musik ihrer Heimat, die karnatische Musik Südindiens präsentierte Bombay Jayashri  in ihrem Konzert am 4. Mai.
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Oh Heilige Kümmernis! Musikalische Anbetung einer Bärtigen.

8. Mai 2016   |   Kommentare geschlossen
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von Franziska Kloos

Ein Transvestit in der katholischen Kirche? Verehrt als Märtyrer? Die Legenden um die Heilige Kümmernis oder Wilgefortis werfen Rätsel auf. Wie um alles in der Welt schaffte es das Bild einer bärtigen Frau in den Volksglauben? Und wie auf die Bühne bei ON @ ACHT BRÜCKEN? More

Klangkörper – Körperklang

7. Mai 2016   |   Kommentare geschlossen
Freddy, Faada
von Marius Wurth

Es passt sehr wenig an diesem Abend. Faada Freddys Konzert ist in der Philharmonie fehlplatziert und überzeugt auch musikalisch nur selten. Der Senegalese spielt mit seiner Band „The Family“ eine Art vokalen Gospel-Soul, bei dem der Körper das einzige Instrument ist: Brustkorb und Hände ersetzen das Schlagwerk, Lippen und Mund die Blasinstrumente und die Stimmbänder ahmen Saiteninstrumente nach.
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Da simmer dabei!

7. Mai 2016   |   Kommentare geschlossen

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Der ACHT BRÜCKEN-„Freihafen“ 2016 feiert Köln und den Kölner

von Miriam Zeh

Am 1. Mai wird der Rausch der Walpurgisnacht ausgeschlafen, junge Birken werden mit Kreppbändern geschmückt, Fäuste aus schwarzen Kapuzenpullovern gen Himmel gereckt und Bollerwägen mit Alkohol beladen. Der 1. Mai also: ein Tag der Rituale. Eine vergleichsweise junge Tradition verband das Kölner Festival ACHT BRÜCKEN in diesem Jahr mit dem Beginn des vielbesungenen Wonnemonats. Eine weitere Ausgabe des sogenannten „Freihafens“ lief vom Stapel, ein ganzer Festivaltag an verschiedenen Orten in Köln, mit unterschiedlichen Ensembles – bei freiem Eintritt. „Musik für Köln“, dieseprogrammatische Selbstverpflichtung des Festivals scheint im „Freihafen“ verkörpert. Und bereitwillig strömte denn auch der Kölner– in Scharen.
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Klangvoller Ausklang in Sankt Aposteln Köln

7. Mai 2016   |   Kommentare geschlossen

© Inga Trost

ACHT BRÜCKEN Festival am Eröffnungstag

Von Mariya Kautz

 

Mit urbaner Poesie elektronischer Soundfeeling füllte sich das Refektorium von St. Aposteln. Hier im Kirchenvorraum trifft das Irdische auf das Göttliche. So war es auch. Mit seiner Performance „Pop – Ambient“ erzeugte Max Würden an diesem sakralen Ort eine meditative Stimmung. Die Lichtdramaturgie, durch die die Basilika immer wieder ihr Antlitz änderte, intensivierte diese kontemplative Atmosphäre. Seine Musik, die zum größten Teil aus Samples besteht, nennt Max Würden zu Recht als Tracks, also Spuren. Der Kölner Künstler verarbeitet die aufgenommenen Klänge elektronisch und organisiert sie von Pulsen über Ostinato-Rhythmen zur Melodie mit magischer Wirkung, gerade zu haptisch. Den Sound der E-Orgel mischte er mit unterschiedlichen Effekten, wie den Klang einer tiefen Glocke oder auch mal mit einem Hundegebell. Würden changierte diesmal zwischen Live-Sampling und Synthesizer. Seine Virtuosität beeindruckte und überzeugte. Und das war noch nicht alles. More

Six Pianos oder Six Pianists

7. Mai 2016   |   Kommentare geschlossen

© Inga Trost

Gregor Schwellenbach, Hauschka und Co. spielen Steve Reich. Ein Kommentar.

von Julian Bäder

Der Pianist Francesco Tristano ist eine Ausnahme in seiner Zunft. Die klassische Szene feiert ihn für seine Interpretationen vonBach oder Frescobaldi. In seinen Konzerten präsentiert er, seine zweite große Liebe neben der Klassik, gerne noch eigene Interpretationen von Techno-Tracks der 80er. Für ihn persönlich ist das Eine wahrscheinlich die klare Konsequenz aus dem Anderen, für den Klassik-Normalo-Hörer wohl eher nicht. More

Versuch eines interkulturellen Dialogs?

6. Mai 2016   |   Kommentare geschlossen
© Jörg Heijkal
von Hakan Ulus

Der Islam genießt gegenwärtig keinen guten Ruf. Spätestens seit 11. September 2001. Seither zeichnen etliche Medien ein negatives Bild dieser abrahamitisch-monotheistischen Weltreligion mit über einer Milliarde Anhänger und tragen wesentlich zu einer gesamtgesellschaftlich nicht-reflektierten und undifferenzierten Betrachtungsweise bei. Terroristische Anschläge von Organisationen wie ISIS, Boko Haram und den Taliban werden beredt mit dem Islam in Verbindung gebracht, obwohl der Islam – wie das Christentum und das Judentum auch (alle drei verstehen sich als weltoffene und liberale Religionen des Friedens!) – Gewalt und Selbstmord strikt ablehnt: Eine Widerlegung der ständig anzutreffenden Parole, der Islam sei eine Religion der Gewalt, kann also problemlos theologisch erfolgen. Im Koran vorkommende Aufrufe zur Gewalt sind stets an konkrete historische Ereignisse gebunden – also auch historisch zu lesen – und quantitativ nicht seltener anzutreffen als in der Bibel auch. Leider ist diese Auffassung noch nicht in den meisten Köpfen angekommen, anders lässt sich die Popularität solcher Bewegungen wie PEGIDA nicht erklären. Der kurze Problemanriss macht aber schon eines deutlich: Der Islam ist und bleibt vorerst ein heikles Thema.

Umso bemerkenswerter scheint es, dass das diesjährige ACHT BRÜCKEN Festival mit islamischer Musik eröffnete. More

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