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Mit ‘Presseschau’ getaggte Artikel

Was die Kollegen schreiben [1]

11. Mai 2011   |   Kommentare geschlossen

Langsam kommen wir in den Tritt: Die Augenringe werden dunkler, die Word-Dateien dicker. Zum Schreiben gehört das Lesen. Nicht nur von Partituren, auch die Strukturen lesen zu lernen haben wir uns hier vorgenommen. Und selbstverständlich – zum Lernen – auch die Rezensionen der Kollegen.

Ein interessantes Beispiel bot heute morgen die Rezension des Eröffnungskonzertes im Kölner Stadt-Anzeiger von Markus Schwering. Der Artikel hebt an mit einer „People-Geschichte“, die von der „überörtlichen Prominenz“ handelt, widmet sich dann ausschließlich kulturpolitischen Fragen, setzt mit einer ausführlichen Beschreibung des Publikums fort – „Das Publikum war in seiner Zusammensetzung übrigens erkennbar nicht ‚freakig'“, als ob es das bei einem Konzert mit Werken von Ravel, Strawinsky, Schönberg automatisch sein müsse – bevor er sich erstmals musikalischen Fragen widmet. Am Ende kehrt der Artikel zum Publikum zurück, das nach Ansicht des Rezensenten viel zu schnell applaudierte. In Köln scheint Musikkritik also im gleichen Maße Publikumskritik zu sein. Eine Frage hoffen wir darüber hinaus zu klären, wenn Herr Sandner wieder da ist: wie man sich das vorstellen soll, wenn es heißt, „da standen die herausragenden Einzelleistungen geradezu Schlange.“

Was die Kollegen schreiben [1]

11. Mai 2011   |   Kommentare geschlossen

Langsam kommen wir in den Tritt: Die Augenringe werden dunkler, die Word-Dateien dicker. Zum Schreiben gehört das Lesen. Nicht nur von Partituren, auch die Strukturen lesen zu lernen haben wir uns hier vorgenommen. Und selbstverständlich – zum Lernen – auch die Rezensionen der Kollegen.

Ein interessantes Beispiel bot heute morgen die Rezension des Eröffnungskonzertes im Kölner Stadt-Anzeiger von Markus Schwering. Der Artikel hebt an mit einer „People-Geschichte“, die von der „überörtlichen Prominenz“ handelt, widmet sich dann ausschließlich kulturpolitischen Fragen, setzt mit einer ausführlichen Beschreibung des Publikums fort – „Das Publikum war in seiner Zusammensetzung übrigens erkennbar nicht ‚freakig'“, als ob es das bei einem Konzert mit Werken von Ravel, Strawinsky, Schönberg automatisch sein müsse – bevor er sich erstmals musikalischen Fragen widmet. Am Ende kehrt der Artikel zum Publikum zurück, das nach Ansicht des Rezensenten viel zu schnell applaudierte. In Köln scheint Musikkritik also im gleichen Maße Publikumskritik zu sein. Eine Frage hoffen wir darüber hinaus zu klären, wenn Herr Sandner wieder da ist: wie man sich das vorstellen soll, wenn es heißt, „da standen die herausragenden Einzelleistungen geradezu Schlange.“